WhatsApp und Facebook teilen sich deine Daten

Seit August 2016 gelten die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp. Darin wird auch geregelt, dass Facebook ab sofort deine Account-Informationen von WhatsApp erhält. Bestehende Nutzer hatten 30 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob die Account-Informatinen von Facebook genützt werden dürfen, um Werbung besser zu personalisieren.

Wie bereits im Beitrag Deine Daten als Währung erklärt, verdient Facebook sein Geld mit Werbung. Wird diese personalisiert (=genau auf dich und deine Interessen abgestimmt) sparen sich Unternehmen, die Facebook beauftragen ihre Werbung zu veröffentlichen, viel Geld und erhöhen dadurch gleichzeitig ihren Gewinn.

Hat man das Häkchen bei den neuen Nutzungsbedingungen entfernt, darf Facebook die Informationen also nicht für die Personalisierung verwenden. Aber hat man so verhindert, dass Facebook Informationen von WhatsApp erhält? – NEIN!

Facebook erhält alle deine Account-Informationen und fügt sie deinem Facebook-Account hinzu. Dazu zählt auch deine Telefonnummer. Darauf wird deutlich auf der FAQ-Seite von WhatsApp hingewiesen:

Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten und für andere Zwecke, wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen.

Quelle: FAQ – WhatsApp

Neue Nutzer haben übrigens überhaupt keine Möglichkeit sich gegen die personalisierte Werbung auf Facebook zu entscheiden. Die Inhalte der Unterhaltungen werden aber – laut WhatsApp – nicht an Facebook weitergegeben!

Mein Recht auf Datenschutz

Hier ein Auszug aus dem österreichischen Gesetzestext:

Grundrecht auf Datenschutz

§ 1. (1) Jedermann hat, insbesondere auch im Hinblick auf die Achtung seines Privat- und Familienlebens, Anspruch auf Geheimhaltung der ihn betreffenden personenbezogenen Daten, soweit ein schutzwürdiges Interesse daran besteht. Das Bestehen eines solchen Interesses ist ausgeschlossen, wenn Daten infolge ihrer allgemeinen Verfügbarkeit oder wegen ihrer mangelnden Rückführbarkeit auf den Betroffenen einem Geheimhaltungsanspruch nicht zugänglich sind.

Das bedeutet, dass deine personenbezogenen Daten geschützt sind und niemand diese verwenden darf, solange du ihm nicht die Erlaubnis dazu gegeben hast. Nutzt du Social-Media-Dienste und machst bei der Registrierung Angaben über deine personenbezogenen Daten, erlaubst du diesem Unternehmen deine Daten zu verwenden. Außerdem akzeptierst du in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass das Unternehmen (entsprechend deinen Einstellungen) deine Daten für andere öffentlich zugängig macht. Das betrifft den zweiten Teil des Zitats. Sobald du deine personenbezogenen Daten öffentlich machst oder sie so anonymisiert sind, dass keiner mehr durch die Daten darauf schließen kann, dass es sich dabei um dich handelt, sind sie nicht mehr schutzwürdig.

Was aber sind personenbezogene Daten?

„personenbezogene Daten“: Angaben über Betroffene, deren Identität bestimmt oder bestimmbar ist;

z. B. dein Geburtsdatum, deine Sozialversicherungsnummer …

Was sind sensible Daten?

„sensible Daten“ („besonders schutzwürdige Daten“): Daten natürlicher Personen über ihre rassische und ethnische Herkunft, politische Meinung, Gewerkschaftszugehörigkeit, religiöse oder philosophische Überzeugung, Gesundheit oder ihr Sexualleben

Quelle: RIS – Datenschutzgesetz (Fassung vom 22. 8. 2016)

Pimp my Privatsphäre

Wo finde ich eigentlich die Privatsphäre-Einstellungen und was kann ich alles einstellen? Hier eine Link-Sammlung für einige Social-Media-Anwendungen:

xwhatsapp-logo-png-transparent-pagespeed-ic-dqept3gxmw     WhatsApp FAQ – Auf WhatsApp sicher bleiben

youtube-icon-app-logo-png-9    Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen – YouTube-Hilfe

fb-art    Grundlegende Privatsphäreeinstellungen und -funktionen

instagram_app_large_may2016_200    Kontrolliere deine Sichtbarkeit | Instagram-Hilfebereich

480px-snapchat_logo    Snapchat Support

twitter   Twitter Hilfe-Center

Gewinnspiele auf Facebook

Über einen Gewgewinnspiel_ssbinn freut sich jeder. Wer aber bei keinem Gewinnspiel mitmacht, hat kaum Chancen etwas zu gewinnen. Seit Facebook ist das Mitmachen auch kinderleicht. Man teilt lediglich einen Beitrag, kommentiert ihn eventuell noch und hofft dann auf sein Glück. Besonders wertvolle Markenprodukte sind sehr begehrt. Und Gewinnspiele dafür gibt es wirklich haufenweise.

Warum macht ein Unternehmen eigentlich Gewinnspiele?

Für Firmen sind Gewinnspiele eine Möglichkeit neue potentielle Kunden zu finden. Durch die Teilnahme erfahren sie deine persönlichen Daten und du akzeptierst, dass sie diese für Werbezwecke verwenden dürfen (steht meistens irgendwo im Kleingedruckten).
Leider werden in letzter Zeit immer häufiger Gewinnspiele im Internet gefälscht. Da so viele Personen mitmachen, fällt es nicht auf, wenn die versprochenen Gewinne nie verlost werden. Der einzige Gewinner ist dann das Unternehmen, das sich über viele neue gratis Kontaktinformationen freut.

Wenn ihr also bei einem Gewinnspiel mitmacht, überprüft am besten, ob es einen Ansprechpartner beim Unternehmen, ein Impressum und konkrete Teilnehmerbedingungen gibt. („Teile diesen Link und du nimmst am Gewinnspiel teil“ sind KEINE Teilnahmebedingungen!)

Gewinnspiele von örtlichen Vereinen, Firmen oder dergleichen sind für gewöhnlich kein Fake. Viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!!

Sicheres Passwort gesucht

Vl bist du ja auch schon mal vor dem Problem gestanden – ich habe mich heute bei Instagram angemeldet und bin da nach einem Passwort gefragt worden. Also hab ich mein Standard-Passwort verwendet. Das kann ich mir merken, ist nicht zu lange und mein bester Freund kennt es auch, falls ich es doch vergessen sollte. Dadurch bin ich zu einem super Ziel für Hacker geworden. Nachdem ich einen Artikel über Passwörter in der Zeitung gelesen habe, hab ich festgestellt: Ich hab so gut wie alles falsch gemacht, was ich im Zusammenhang mit Passwörtern falsch gemacht werden kann.

Deswegen hab ich mir heute endlich Zeit genommen und nachgeforscht, was denn ein gutes und sicheres Passwort alles ausmacht. Viele Dinge sind logisch und selbstverständlich. Andere waren neu für mich. Hier das Ergebnis:

  • Ein Passwort sollte minestens 8 Zeichen lang sein.
  • Ein Passwort sollte GROSS-, kleinbuchstaben, 1234567890 und ?!@%& enthalten.
  • Es dürfen keine Wörter verwendet werden, die so im Wörterbuch stehen.
  • Das Passwort sollte regelmäßig (z. B. jedes Monat) geändert werden.
  • Das Passwort darf nicht auf einem Zettel oder in einer Datei notiert oder einer anderen Person weitergesagt werden.
  • Für jeden Service ein anderes Passwort verwenden.
  • Bei öffentlichen Geräten immer ausloggen und das Passwort nicht automatisch speichern lassen.

Wieso dieser ganze Aufwand? Hacker verwenden zum Herausfinden des Passworts eine sogenannte Brute Force-Attacke. Dabei werden alle möglichen Zeichenkombinationen von einer Maschine durchprobiert – diese testet natürlich auch alle Wörter, die in einem Wörterbuch bzw. Lexikon stehen. Je länger das Passwort ist, desto mehr mögliche Zeichenkombinationen gibt es und desto länger braucht die Maschine um das Passwort herauszufinden. Ab einer Länge von 8 Zeichen ist die Dauer so lange, dass es sich für den Hacker nicht mehr rentiert, auf dein Passwort zu warten. (Das kann sich allerdings in Zukunft ändern, wenn Computer immer leistungsstärker werden und das Durchprobieren somit kürzer dauert …)

Das regelmäßige ändern des Passworts verhindert, dass Personen darauf zugreifen können, die vl. dein Passwort herausgefunden oder abgehört haben. Sobald du ein neues Passwort vergibst, sind sie wieder ausgesperrt.

Einmal Passwort, immer Passwort. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das kann aber gerade bei Passwörtern ein großes Problem sein. Hat jemand dein Passwort herausgefunden, hat er Zugang zu all deinen Accounts.

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Wie kann ein sicheres Passwort also ausschauen? (Und wie kann ich es mir merken)

Du kannst z. B. die Anfangsbuchstaben eines Satzes verwenden. Bei dem Satz „Ich gehe immer um 10 schlafen!“ wäre dann das Passwort: Igiu10s!

Eine andere Möglichkeit ist es, Buchstaben mit Sonderzeichen zu ersetzen. Anstelle des a schreibt man @, i wird zu !, o wird zu 0 usw.

Viel Spaß beim Passwort ausdenken! 🙂

Kettenbriefe

Wer kennt sie nicht, die meist ewig langen Nachrichten in denen wir aufgefordert werden, die Nachricht an so viele Kontakte wie möglich weiter zu leiten? Meistens enthält sie dann auch noch ein paar hübsche Drohungen, was passiert wenn wir es nicht machen und ein paar Versprechungen, was wir bekommen, wenn wir die Nachricht brav weiter leiten.

Mittlerweile wissen die meisten, dass man weder plötzlich tot umfällt oder sieben Jahre Pech hat, wenn man so eine Kette durchbricht. Aus diesem Grund haben sich die Verfasser neue Tricks ausgedacht. Dazu gehört z. B. dass damit gedroht wird, dass WhatsApp plötzlich kostenpflichtig wird. Oft vermutet man dann zwar, dass es eine Kettennachricht ist, schickt sie aber trotzdem weiter – zur Sicherheit. Eine komplett falsche Entscheidung!!

Laut Wikipedia werden Kettenbriefe aus verschiedenen Gründen verfasst:

  • Spendenaufruf, falsche Viruswarnungen, religiöse oder politische Texte
  • E-Mail-Adressen sammeln (für späteres Spam oder Phishing)
  • In-Gang-Setzen und -Halten von Spielen
  • Betrugsversuche (Make Money Fast)
  • Störung von Kommunikationsdiensten (z. B. WhatsApp)
  • Belästigung von Einrichtungen oder Personen (Stalking, Mobbing)
  • Schleichwerbung

Ihr seht also, dass Kettenbriefe eigentlich nie das Wohl der Empfänger im Sinn haben. Wie erkennt man aber einen Kettenbrief und woher weiß ich, dass nicht doch etwas an der Meldung dran ist und meine Freunde mich nur warnen wollen? Schauen wir uns dazu eine Kettennachricht an:

DIESMAL KEIN FAKE STEHT AUCH IN FACEBOOK DRIN!!!!!

Der Verfasser geht auf dein Misstrauen und Unsicherheit ein und will dich mit diesem Argument überzeugen.

Lies mal
Liebe Whatsapp-user!

Wir, (Das Facebook-team) haben (wie ihr sicherlich schon bemerkt habt) Den kostenlosen Messenger ‘whatsapp’ für Insgesamt 16 Milliarden Dollar gekauft.

Da wir nun Whatsapp besitzen, wollen wir nur die User haben die Whatsapp auch wirklich nutzen.
Deswegen, möchten wir alle die DIESE Nachricht erhalten haben darum bitten, sie an alle Kontakte weiter zu leiten. Geschieht die’s nicht, nehmen wir Das als Bestätigung Das dieser User Whatsapp nicht mehr nutzt, und somit wird sein Konto entfernt.

Das macht leider keinen Sinn – nutzt jemand sein Konto nicht, produziert er keine neuen Daten. Das hat für das Unternehmen keine Nachteile. Vielleicht überlegt es sich der Nutzer ja irgendwann anders und nutzt den Dienst wieder. Außerdem je mehr Benutzer das Unternehmen hat (aktive oder inaktive) desto wertvoller ist es – da werden sie nicht freiwillig jemanden löschen.

Das Facebook Team
hat sich alle Nummern rauskopiert (gestern von ca. 11:30 bis 23:30)
Sodass wir alles kontrollieren können ob ihr die Nachricht weitersendet oder nicht.

Dann würden sie aber auch sehen, ob ich generell online bin und ob ich jemand anderem Nachrichten schicke. Also bräuchte ich dann nicht unbedingt diese spezielle Nachricht weiterleiten.

Sendet ihr, die User aber die Nachricht TATSÄCHLICH an 10 Kontakte weiter, bleibt der Messenger für die User die es gemacht haben, weiterhin kostenlos.

Es folgt typischerweise die Belohnung für diejenigen, die die Nachricht brav weiterleiten.

Liebe Grüße
Das Facebook-team.
Habe ich eben erhalten bitte durchlesen – man kann es auch unter http://www.whatsapp.com in den FAQs nachlesen… Gruß

Quelle: Aktuelle WhatsApp-Kettenbriefe

Niemals auf solche Links klicken!!! Meistens führen sie euch sowieso auf Fake-Webseiten. Im schlimmsten Fall ladet ihr damit einen Virus herunter.

Ihr könnt also mit ruhigem Gewissen die nächste Kette unterbrechen! Und wenn ihr euch noch immer unsicher seid, googlet einen Teil der Nachricht (z. B. „Da wir nun Whatsapp besitzen, wollen wir nur die User haben die Whatsapp auch wirklich nutzen.“). Die meisten Kettennachrichten sind bereits bekannt und so könnt ihr schnell überprüfen, ob an der Nachricht etwas dran ist.

Deine Daten als Währung

Der eine oder andere hat sich vl. schon mal gefragt, wie sich kostenlose Dienste wie WhatsApp, Facebook oder YouTube für die Betreiber rechnen können. Dabei kommt man schnell auf die Lösung – Werbung.

Sieht man die Sache nüchtern, sind wir die Datenlieferanten für unsere eigene, passgenaue, auf uns abgestimmte Werbung. Die Firmen erhalten von uns kostenlos intimste Details über unser Leben, einfach indem wir darüber auf ihren Plattformen reden. Dadurch verdienen sie nicht nur unheimlich viel Geld, sondern sparen auch noch sehr viel, weil sie Werbung nurnoch an die Personen verschicken, die dafür auch in Frage kommen.

Das kann uns ja prinzipiell egal sein – wir haben ja dadurch keine Nachteile. Falsch gedacht! Betriebe gehen nämlich schon dazu über, unser Interesse auszunutzen. Einem Besitzer eines iPhones werden z. B. viel teurere Suchergebnisse gezeigt, als einem Android- oder Windows Phone-Nutzer. Und der Preis für Online-Reiseangebote steigt komischerweise auch immer mehr, je öfter man sich das Angebot ansieht. Das sind alles keine Zufälle. Wenn Unternehmen wissen, was wir uns unbedingt kaufen möchten oder müssen, können sie den Preis gezielt steuern.

Ich hab euch noch nicht so ganz davon überzeugt, dass es von jeden für uns negative Auswirkungen haben kann, wenn ich mein komplettes Leben im Internet ausbreite? Dann hier noch ein paar Beispiele:

  • Dein vl. zukünftiger Arbeitgeber findet exzessive Party-Fotos von dir im Internet und gibt den Job deswegen jemand anderem.
  • Seit du bei einem Gewinnspiel deine E-Mail-Adresse angegeben hast, erhältst du täglich viele Spam-Mails.
  • Jemand verwendet deine angegebenen Daten um dich zu mobben (du bietest ihm dadurch ja genug Inhalt).
  • Du möchtest einen Schüler-Austausch in den USA machen. Weil du aber vorher auf Facebook „verdächtige“ Dinge gepostet hast oder auf Amazon die falschen Bücher bestellt hast, wirst du am Flughafen aufgehalten und musst wieder nach Hause fliegen.
  • Deine Bewerbung für deine erste eigene Wohnung wird abgelehnt, weil dem Vermieter nicht gefällt, wie du dein Leben bisher gelebt hast.
  • Dein Kredit-Antrag für dein Auto wird bei der Bank abgelehnt, weil es in der Gegend wo du wohnst so viele Leute gibt, die Probleme mit der Rückzahlung ihres Kredits haben.

Ich sage ja nicht, dass wir Facebook, WhatsApp und Co. gar nicht mehr nutzen sollen – denkt einfach darüber nach, welche Informationen ihr da gerade postet und ob ihr dadurch später nicht in Schwierigkeiten kommen könntet. Und auch wenn fremde Personen vl. durch die Privatsphäre-Einstellung nicht alles sehen und mitlesen können – die Betreiber der Webseite (also Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram, Snapchat …) können es!!