Deine Daten als Währung

Der eine oder andere hat sich vl. schon mal gefragt, wie sich kostenlose Dienste wie WhatsApp, Facebook oder YouTube für die Betreiber rechnen können. Dabei kommt man schnell auf die Lösung – Werbung.

Sieht man die Sache nüchtern, sind wir die Datenlieferanten für unsere eigene, passgenaue, auf uns abgestimmte Werbung. Die Firmen erhalten von uns kostenlos intimste Details über unser Leben, einfach indem wir darüber auf ihren Plattformen reden. Dadurch verdienen sie nicht nur unheimlich viel Geld, sondern sparen auch noch sehr viel, weil sie Werbung nurnoch an die Personen verschicken, die dafür auch in Frage kommen.

Das kann uns ja prinzipiell egal sein – wir haben ja dadurch keine Nachteile. Falsch gedacht! Betriebe gehen nämlich schon dazu über, unser Interesse auszunutzen. Einem Besitzer eines iPhones werden z. B. viel teurere Suchergebnisse gezeigt, als einem Android- oder Windows Phone-Nutzer. Und der Preis für Online-Reiseangebote steigt komischerweise auch immer mehr, je öfter man sich das Angebot ansieht. Das sind alles keine Zufälle. Wenn Unternehmen wissen, was wir uns unbedingt kaufen möchten oder müssen, können sie den Preis gezielt steuern.

Ich hab euch noch nicht so ganz davon überzeugt, dass es von jeden für uns negative Auswirkungen haben kann, wenn ich mein komplettes Leben im Internet ausbreite? Dann hier noch ein paar Beispiele:

  • Dein vl. zukünftiger Arbeitgeber findet exzessive Party-Fotos von dir im Internet und gibt den Job deswegen jemand anderem.
  • Seit du bei einem Gewinnspiel deine E-Mail-Adresse angegeben hast, erhältst du täglich viele Spam-Mails.
  • Jemand verwendet deine angegebenen Daten um dich zu mobben (du bietest ihm dadurch ja genug Inhalt).
  • Du möchtest einen Schüler-Austausch in den USA machen. Weil du aber vorher auf Facebook „verdächtige“ Dinge gepostet hast oder auf Amazon die falschen Bücher bestellt hast, wirst du am Flughafen aufgehalten und musst wieder nach Hause fliegen.
  • Deine Bewerbung für deine erste eigene Wohnung wird abgelehnt, weil dem Vermieter nicht gefällt, wie du dein Leben bisher gelebt hast.
  • Dein Kredit-Antrag für dein Auto wird bei der Bank abgelehnt, weil es in der Gegend wo du wohnst so viele Leute gibt, die Probleme mit der Rückzahlung ihres Kredits haben.

Ich sage ja nicht, dass wir Facebook, WhatsApp und Co. gar nicht mehr nutzen sollen – denkt einfach darüber nach, welche Informationen ihr da gerade postet und ob ihr dadurch später nicht in Schwierigkeiten kommen könntet. Und auch wenn fremde Personen vl. durch die Privatsphäre-Einstellung nicht alles sehen und mitlesen können – die Betreiber der Webseite (also Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram, Snapchat …) können es!!

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